Das Elektrizitätswerk muss im eigenen Betrieb die Voraussetzungen für die neuen Dienstleistungen schaffen und auch die andern Unternehmensbereiche miteinbeziehen (Installationsabteilung, Kabelfernsehen, Wasser ...).
Um als Animator zur rationellen Verwendung von Energie eine glaubhafte Rolle zu spielen, muss das Elektrizitätswerk als energetisches Vorbild dienen. Ansatzpunkte sind:
Verhalten bei der Arbeit (Autofahrten, Maschineneinsatz, Heizen, Lüften, Licht ...).
Fahrzeugpark (kleine, sparsame Fahrzeuge anschaffen).
Heizsystem (Abwärmenutzung, Wärmepumpe für Verwaltungsgebäude ...).
Energetische Optimierung des Verteilnetzes und der öffentlichen Beleuchtung.
Verhalten der Mitarbeiter und des Verwaltungsrates ausserhalb der Arbeit (Verkehr, Haushalt, Investitionen ...).
Ökologie mit einbeziehen (Graue Energie, Umweltgifte, Entsorgung ...).
| Checkliste für die Mitarbieterausbildung für die neuen Dienste | |
|---|---|
| Ziel: | Kompetenz in der Energie-Effizienz |
| Wer: | Alle Mitarbeiter des EW's |
| Was: | Basis: Wissen über Energieeffizienz, Umsetzung, Kommunikation Spezialwissen (Gerätedatenbank, Messtechnik ...) |
| Wie: | Fachliteratur (RAVEL, INFEL, VAB ...) Kurse und Veranstaltungen (intern und extern) Nachdiplomstudien |
| Kontrolle: | Kurze Aktennotiz (halbe Seite) über «Highlights» der Ausbildung |
| Dokumentation: | Kursunterlagen |
Die Mitarbeiter eines EW's haben verschiedene Funktionen und unterschiedliche Qualifikationen. Die notwenigen Kompetenzen der verschiedenen Mitarbeiter sollten geplant werden. Falls ein allgemeines Ausbildungskonzept vorhanden ist, gehört Energie-Effizienz dazu.
| Legende: x bekannt; xx geübt; xxx Beherrschung | Verwaltung | Mitarbeiter aus der Technik | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kompetenz | Präs. | Chef | Sekr. | Chef | Stv. | a | b | c | d |
| Grundlagen über Energieeffizienz | xx | xx | xx | xxx | xxx | xxx | xx | xx | xx |
| Grobbeurteilung eines Haushaltes | xxx | xxx | xxx | xxx | xxx | xxx | xxx | xx | xx |
| Grobanalyse eines Haushaltes | xx | xxx | xxx | xxx | xxx | xx | xx | x | x |
| Arbeiten mit der Gerätedatenbank | x | xx | xxx | xx | xxx | xx | x | . | . |
| Verfassen von Briefen und Artikeln für PEM | xxx | xxx | xx | xx | xx | x | . | . | . |
| Pfannenflickservice | . | . | . | . | x | . | x | xxx | . |
| Optimierung einer Heubelüftung | . | x | . | xx | xx | x | x | . | xx |
| Grobanalyse eines Gewerbebetriebes, Beratung | x | x | x | xxx | xx | xx | x | x | . |
Angestrebte Mitarbeiterkompetenzen für die rationelle Energieverwendung.
Das Management sollte sich zuerst über Energie-Effizienz Kompetenz verschaffen, auch um als Vorbild zu dienen. Danach ist dafür zu sorgen, dass alle EW-Mitarbeiter eine entsprechende Grundausbildung erfahren, und dann die Gelegenheit haben, ihr Wissen anzuwenden. Es wäre falsch, nur einen Mitarbeiter in einen Kurs zu schicken und dann nur ihn mit Beratungsaufgaben zu beauftragen. Es ist aber natürlich, dass einzelne Mitarbeiter in Teilbereichen kompetenter sind oder werden, als ihr Chef.
Der zweitägige RAVEL-Kurs «Kompetent antworten auf Energiefragen» vermittelt die erforderliche Basisausbildung. Im Kurs merken die Mitarbeiter, dass sie nicht alleine sind, denn sie lernen Kollegen aus anderen Elektrizitätswerke kennen. Die Kursdokumentation enthält viele nützliche Angaben aus dem Energiebereich (Daten, Literaturangaben, Adressen). Zusätzlich zum Kursordner gibt es noch ein Taschenbuch mit dem gleichen Namen, welches die wesentlichen Informationen kurz und knapp auflistet. Es ist vom Format und vom Inhalt her bestens geeignet für den täglichen Einsatz (wie der Doppelmeter). Im Kurs und der Dokumentation werden folgende Themen behandelt:
Energie-Grundlagen, Grobbeurteilung des Strom- und Wärmebedarfs von Haushalten.
Haushaltgeräte, Beleuchtung, Heizung und Warmwasser.
Sonnenenergienutzung (Photovoltaik, Sonnenkollektoren).
Kommunikation mit dem Kunden, das Beratungsgespräch.
Über der Basisausbildung gibt es viele Vertiefungsrichtungen (Gerätedatenbank, Beleuchtung, Heizung, Wärmepumpen, Hotels, Druckluft, Sonnenkollektoren, Nahwärme, Contracting ...). Zu den meisten Themen gibt es einschlägige Lehrbücher, Kurse und sogar Vereine. Zusätzliche gibt es auf der HTL-Stufe Ausbildungsmöglichkeiten zum Energieberater, zum Beispiel das berufsbegleitende Nachdiplomstudium Bau und Energie.
In der Infrastruktur des Elektrizitätswerks hat es auch Energiesparmöglichkeiten. Als Grundlage für die Rentablitätsrechnung sollte der Stromtarif der Kunden verwendet werden, damit man die eigenen Anlagen wie die Kundenanlagen beurteilt und glaubhaft ist.
Verwaltung, Werkstatt, Fahrzeuge: In diesen Bereichen kann gleich vorgegangen werden wie bei der Kundenberatung. Die einigermassen rentablen Massnahmen zur Verbesserung der Energie-Effizienz müssen unbedingt realisiert werden.
Öffentliche Beleuchtung: Eine gute Strassenbeleuchtung dient der Sicherheit (Unfälle und Verbrechen). Nebst der grundsätzlichen Bestimmung, wann, wo, wieviel Licht sein soll, erhält man die beste Beratung von Spezialisten in Elektrizitätwerken (EWZ, BKW ...).
Energieproduktionsanlagen und Trafostationen: Ausser der Wahl des Materials, des Auslegungspunktes (Verhältnis Eisen- zu Kupferverlusten) und der Unterteilung in Stufen gibt es auch einige Energiesparmöglichkeiten drumrum (Licht, Heizung, Ventilatoren ...). Für die Optimierung der Hauptelemente sind im Partnerwerk meistens Spezialisten zu finden.
Verteilnetz: Vergleicht man ein 100 m langes 120 mm² Kabel mit einem 95er, so spart man bei einem Durchschnittstrom von 60 A während 30 Jahren rund 12 000 kWh. Die Mehrkosten betragen etwa 800 Franken, die zusätzliche graue Energie liegt bei 2500 kWh.
Netzführung: Das Netz kann über Massnahmen bei den Kunden geführt werden. Einige Vorschläge dazu sind im folgenden Kapitel (Lastmanagement) zu finden.
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