Energiedienste

Die Animation zur Energie-Effizienz erfolgt auch mit neuen Energiediensten neben dem angestammten Stromverkauf.

Möglichkeiten der Wärmeversorgung

Es gibt heute schon einige Gemeindewerke, welche nebst der Elektrizität auch Wärme verkaufen. Für einen Wärmeverbund braucht es folgende vier Elemente:

1. Kunden, welche Wärme (Heizung, Warmwasser, Prozesswärme) brauchen,

2. eine Wärmeerzeugungsanlage (Blockheizkraftwerk, Abwärme, Holzschnitzelheizung ...),

3. ein Wärmeverteilnetz (gut isolierte Wasserleitungen) und

4. ein Betreiber (Wärmelieferant, Genossenschaft, Gemeindewerk ...).

Ein Elektrizitätswerk ist ein idealer Betreiber weil:

Eine gute Wärmeverbund-Anlage ist individuellen Heizanlagen ökologisch und ökonomisch überlegen. Realisierungschancen bestehen bei der Planung von Überbauungen, vor der Sanierung von Heizungsanlagen in dichten Siedlungen oder wenn die Wärme besonders günstig als «Abfallprodukt» anfällt. Es ist also wichtig, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Dazu ist das Versorgungsgebiet nach geeigneten Wärmekunden und Lieferanten zu untersuchen. Der sich dadurch ergebende Energierichtplan muss auf dem Laufenden gehalten werden. Damit keine Doppelspurigkeit entsteht, ist zuvor abzuklären, ob sich in der Region schon jemand mit dieser Aufgabe befasst (Gemeinde, Planungsbüros, Kanton ..). Bei sich abzeichnenden Möglichkeiten ist mit der Bauherrschaft frühzeitig Kontakt aufzunehmen.

Der Projekterfolg hängt zu einem grossen Teil von einer guten Planung ab. Wenn man wenig Erfahrung hat, lohnt sich ein breit gefasster Projektwettbewerb, um den richtigen Planer zu finden. In einigen Fällen ist es besser, mit einer günstigen Öl- oder Gasheizung zu beginnen, als mit einer momentan zu teuren «Ökoheizung» die Gelegenheit für einen Wärmeverbund zu verpassen. Der Energieeffizienz ist auch gedient, wenn das Elektrizitätswerk nur dafür sorgt, dass Nahwärmeprojekte realisiert werden.


Energiecontracting

Unter Contracting versteht man Planung, Finanzierung und Betrieb von Kundenanlagen. Die Betreiberfirma liefert einem Kunden Wärme, Kälte, Licht oder andere Energienutzen. Zur Erhöhung der Energie-Eeffizienz kann auch eine Wärmedämmung oder eine Prozessautomatisierung einbezogen werden.

Beim Energiecontracting liefert der Betreiber Nutzenergie.

Im Unterschied zum Leasing, welches nur eine Finanzierung (mit Absicherung) beinhaltet, bietet das Contracting dem Kunden eine Entlastung beim Infrastrukturaufwand. Er kann sich besser auf sein Kerngeschäft konzentrieren, und kauft direkt seine Nutzenergie. Wenn der Betreiber sein Geschäft versteht, kann er die Nutzenergie günstiger liefern, als wenn sie der Kunde selber umwandelt. Folgende Kriterien spielen dabei eine Rolle:

Der Betreiber beherrscht den Umwandlungsprozess. Er vermeidet eine Überdimensionierung, er installiert die optimale Anlage und betreibt sie mit minimalem Aufwand.

Die Wirtschaftlichkeit von Effizienzverbesserungen kann der Betreiber besser berücksichtigen, weil er mehr Erfahrung mit dem Betrieb hat und die Vertragsbedingungen (Nutzungsdauer, Preisanpassung ..) projektspezifisch berücksichtigen kann.

Die Verbindungen des Betreibers (Energie-, Anlagenlieferant, andere Kunden) können Zusatznutzen bringen (Aufträge, Kundenbindung, Lastmanagement, Energierücklieferung).

Der Betreiber muss das Verkaufsrisiko der Menge, der Bezugsdauer (möglicher Konkurs des Kunden) und des Preises der Nutzenergie absichern. Der Kunde will eine Garantie für den Preis und die Qualität der Nutzenergie haben. Bisher realisierte Energiecontractings (Deutschland) sind vorwiegend für Wärmelieferungen (teilweise mit Wärmekraftkopplung) für Leistungen ab ein paar hundert Kilowatt. Anbieter von Raumwärme-Contracting, die auch eine Wärmedämmung mit einbeziehen, sind keine bekannt.

Bei ausreichender Netzkapazität ist es für den Kunden interessanter, in Energie-Effizienz zu investieren, weil er für den Strom mehr bezahlt als das Elektrizitätswerk. Bei einem Engpass im Netz (auch lokal möglich), kann es für das Elektrizitätswerk rentabler sein, bei einem Kunden den Wirkungsgrad zu verbessern, als in eine Kapazitätserhöhung zu investieren.


Zusätzliche Energiequellen

Zusätzliche Energiequellen unterstützen die Energieversorgung. Ein Elektrizitätswerk kann diese selber besitzen, sie betreiben, sich daran beteiligen oder auch nur fördern. Elektrizität aus solchen Anlagen wird mit dem Kundentarif vergütet.

Produktionsanlagen für Elektrizität

Unter den zusätzlichen Anlagen welche Elektrizität ohne Abwärme produzieren, sind die Kleinwasserkraftwerke die interessantesten.

Produktionsanlagen für Elektizität und Wärme

Der typische Ausbeute, welche thermischen Kraftmaschinen abgerungen werden kann, liegt bei 30% elektrisch, 60% thermisch und 10% Verluste.

Produktionsanlagen für Wärme

Neben der zentralen Wärmeversorgungsanlage muss meistens eine zusätzliche konventionelle Feuerungsanlage installiert werden (Spitze, Redundanz).


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