Energieanalyse: Hotel

Eckdaten: 30 Betten, 130 Restaurantplätze, Hallenbad und Sauna.

Einheit kW Betrieb: Stunden pro Tag Energieverbrauch in kWh %
Verbraucher Leistung W-H W-N S-H S-N W-H W-N S-H S-N Total Anteil
Zählerablesung "1993"         64'700 18'350 63'310 14'270 160'630 100
Kochen 18.0 6 0 7 0 19'656 0 22'932 0 42'588 27
Kälte 2.0 8 3 10 4 2'912 1'092 3'640 1'456 9'100 6
Beleuchtung 3.0 8 2 5 2 4'368 1'092 2'730 1'092 9'282 6
Wäsche 10.0 4 0 6 0 7'280 0 10'920 0 18'200 11
Schwimmbad 6.0 6 4 4 2 6'552 4'368 4'368 2'184 17'472 11
Haustechnik 7.0 12 6 8 4 15'288 7'644 10'192 5'096 38'220 24
Standby 3.0 16 8 16 8 8'736 4'368 8'736 4'368 26'208 16

Prinzipschema der komplizierten Haustechnik des Hotels.

Der Tageslastgang des Hotels zeigt eine sehr hohe Grundlast.

Einsparmöglichkeit:
Gesamtbeurteilung:
  • Durch die gute Gebäudeisolation und die gute Heizungsanlage ist der
    Heizölverbrauch (12'000 Liter/Jahr) geringer als der Stromverbrauch.
  • Die beiden Wärmerückgewinnungsanlagen (Schwimmbadluft und Heizung)
    sparen Heizöl, benötigen aber relativ viel elektrische Energie.
  • Die Grundlast Sommer und Winter, Tag und Nacht (Kompressoren, Kälte,
    Kaffeemaschinen ...) machen die Hälfte des Stromverbrauchs aus.
Total:

50'000 kWh/a

ca. 7500 Fr./a

Küche:
  • Energiesparkurs für Koch, Grosse Leistungsanzeige in der Küche.
  • Bei den Kühlgeräten für ausreichende Luftzirkulation sorgen, Kondensatoren
    regelmässig reinigen.
12'000 kWh/a
Heizung und Warmwasser:
  • Sparsamer Wasserverbrauch, Energiesparbrausen für die Duschen.
  • Optimierung der Heizungsanlage, Abdeckung für Hallenbad.
  • Sonnenkollektoren für Warmwasser und Heizung in der Übergangszeit.
10'000 kWh/a und Heizöl
Abklärungen für Gerätepark:
  • Waschmaschinen am Warmwassernetz anschliessen, Abwärmenutzung des
    Tumblers.
  • Getränkemaschinen über Nacht abschalten oder isolieren.
8000 kWh/a
Allgemein:
  • Verhalten (Lüften, Wäsche, Abschalten..) Personal, Hinweise für Gäste.
  • Bei Erneuerung von Geräten und Maschinen auf Energieverbrauch achten,
    vor allem auf die Bereitschaftsverluste.
20'000 kWh/a und Heizöl

 


Energieanalyse: Schulhaus

Eckdaten: 6 Klassenzimmer, Turnhalle, sehr grosses Treppenhaus.

Einheit kW Betrieb: Stunden pro Tag Energieverbrauch in kWh %
Verbraucher Leistung W-H W-N S-H S-N W-H W-N S-H S-N Total Anteil
Zählerablesung "1993"         8'550 2'150 4'890 1'260 16'850 100
Licht Klassenzimmer 11.0 1.4 0.0 0.8 0.0 2'803 0 1'602 0 4'404 26
Licht Treppenhaus 5.0 1.0 0.0 0.5 0.0 910 0 455 0 1'365 8
Heizung 0.2 6.0 3.0 4.0 2.0 218 109 146 73 546 3
Umwälzpumpen 1.4 16.0 8.0 9.2 4.7 4'077 2'038 2'344 1'198 9'657 57
Diverses 5.0 0.6 0.0 0.4 0.0 546 0 364 0 910 5

Einsparmöglichkeit:
Gesamtbeurteilung:
  • Der meiste Strom wird für die Umwälzpumpen der Heizung gebraucht.
  • Heizkessel zu gross vor allem für Warmwasser im Sommer.
Total:
6000 kWh/a

ca. 1000 Fr./a
Heizung und Warmwasser:
  • Kurz aber heftig lüften, Fenster nicht schrägstellen, Hinweis an Lehrer und Schüler.
  • Umwälzpumpen richtig dimensionieren, Pumpen abschalten.
  • Regler richtig einstellen (regelmässige Überprüfung nach der Inbetriebnahme).
  • Sonnenkollektoren für Warmwasser und Heizung im Sommer und in der Übergangszeit.
  • Sparsamer Wasserverbrauch, Energiesparbrausen für die Duschen.
4000 kWh/a und Holz
Beleuchtung:
  • Strom- oder Betriebsstundenzähler für Klassenzimmer.
  • Sektor- und Festbeleuchtung für Treppenhaus.
1000 kWh/a
Allgemein:
  • Verhalten (Lüften, Abschalten ...) Lehrer, Schüler und Besucher (Vereine ...).
  • Bei Erneuerung von Apparaten auf Energieverbrauch achten.
1000 kWh/a und Holz

 


Energieanalyse: Formenbaufirma

Der folgende Kurzbericht ist das Ergebnis einer energetischen Grobanalyse einer Firma, welche Spritzgussformen herstellt. Der Besuch und die Auswertung dauerten je zwei Stunden.

Periode Arbeit, Leistung Stunden Leistung
von bis HT NT Leistung HT NT Arbeitszeit HT NT Arbeitszeit
Datum Datum kWh kWh kW h h h kW kW kW
1. Dez 93 31. Jan 94 9'160 2'340 44 976 488 320 9 5 19
1. Feb 94 31. Mrz 94 11'660 3'780 48 928 464 344 13 8 20
1. Apr 94 31. Mai 94 12'980 4'160 48 960 480 328 14 9 23
1. Jun 94 31. Jul 94 13'160 3'600 54 960 480 344 14 8 25
1. Aug 94 30. Sep 94 11'940 2'640 54 960 480 360 12 6 24
1. Okt 94 30. Nov 94 21'540 5'480 56 960 480 344 22 11 42
1. Dez 93 30. Nov 94 80'440 22'000 55 5824 2912 2040 14 8 25
Total 1994 102'440 kWh 8736 Stunden 12 kW

Vorschlag Energiebuchhaltung: Monatlicher Vergleich des Stromverbrauchs (eventuell auch Wasser) mit den Maschinenstunden, der Arbeitszeit, der Anzahl Teile oder dem Umsatz.

Maschinen: Die Maschinen, welche nicht arbeiten, waren abgestellt, was auf eine energiebewusstes Verhalten der Mitarbeiter hinweist. Erstaunlich ist die hohe Leistung ausserhalb der Arbeitszeit, welche wahrscheinlich durch die «Geisterschichten» entsteht. Es wäre zu überprüfen, ob sich durch einfache Änderungen in der Steuerung die Maschinen selber abschalten können, wenn sie fertig sind. Wenn die letzte Maschine fertig ist, könnte auch die Wasseraufbereitung abgestellt werden.

Heizung: Der Heizölverbrauch mit 12'000 Liter für die 1500 m² Gebäudefläche ergibt einen guter spezifischen Wert von 8 Liter/m². Wenn die Abwärme der Maschinen (September bis April) dazugezählt wird, ergeben sich etwa 12 Liter/m². Die Heizung mit einer Nennleistung von 174 kW ist gemessen am Heizölverbrauch um den Faktor 3 überdimensioniert. Gut ist die Aufteilung in vier separat geregelte Wärmekreise mit Nachtabsenkung. Mit einer Optimierung der Heizungseinstellung, einer Verbesserung der Gebäudeisolation (Beispiel Fenster) und im Verhalten (Beispiel Lüften) könnte der Heizenergieverbrauch weiter reduziert werden.

Beleuchtung: Die grossen Fensterflächen und die individuell schaltbaren Beleuchtungsgruppen sind in Ordnung. Gut sind die nicht benötigten und deshalb entfernten Leuchtstofflampen.

Warmwasser: Das Warmwasser könnte mit der Kompressorabwärme erzeugt werden. Bei einem Ersatz des alten Elektroboilers sollte diese Möglichkeit geprüft werden. Die Fusstasten für die Handwaschanlage sind vorbildlich.

Druckluft: Eine gute Einrichtung ist das Elektroventil für das Absperren der Drucklufthauptleitung. Für die regelmässige Überprüfung des Zustandes der Druckluftanlage wird folgendes Vorgehen vorgeschlagen:

Diverse: Vermeiden von Standby-Verlusten von elektronischen Geräten wie Kopierern, Computern, Terminals, Steuerungen, usw., Ein dauernd eingeschalteter Kopierer mit zum Beispiel 20 Watt Leerlaufleistung verbraucht für 30 Franken Strom im Jahr, ohne ein Blatt zu vervielfältigen.

Bei der Anschaffung von neuen Maschinen und Geräten ist auch der Energieverbrauch zu berücksichtigen. Die teuren Produkte sind oft nicht die energetisch besseren. Helfen Sie bei der technischen Innovation im Maschinenbau mit, indem sie von den Anbietern konkrete Verbrauchswerte fordern, und diese bei der Abnahme überprüfen.


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 © GLOOR ENGINEERING, CH-7434 SUFERS, 24. JULI 1996