Unterstützung bei der Gerätebedienung

Es gibt Kunden, welche Geräte und Anlagen besitzen, welche sie nicht richtig bedienen können. Aus unterschiedlichen Gründen gelingt es ihnen nicht, über den Verkäufer oder die Gebrauchsanleitung, einen befriedigenden Zugang zum Gerät zu finden.

Checkliste zur Unterstützung bei der Gerätebedienung
Ziel: Unterstützung der Kunden bei der Bedienung von Geräten und Anlagen
Aufbau von Vertrauen und Image
Wer: Kunden (ältere Personen ...), welche um Unterstützung anfragen
Was: Geräte und Anlagen die der Kunde nicht richtig einstellen kann, wie zum Beispiel:
Backofen, Tiefkühler, Videorecorder, Alarmanlage, Klimaanlage ...
Vorschläge für Sparmassnahmen (Standby-Verluste, Gerätewahl ...)
Wie: Einstellung und Erklärung von Geräten und Anlagen
Eventuell Vermittlung an externe Spezialisten
Verrechnung mit einem symbolischen Betrag (z.B. Fr. 10.-)
Vertrauliche Behandlung der Beratung
Kontrolle: Ausfüllen eines Rapportes, Unterschrift durch Kunden
Dokumentation: Journal der Kontakte (Wann, Wer, Was)
Rapportblock

Viele dieser «komplizierten» Geräte haben und beeinflussen nur einen geringen Energieverbrauch. Für die Kunden entsteht aber durch die Erfüllung der gewünschten Funktionalität ein erheblicher Nutzen, vor allem nach eigenen längeren erfolglosen Bemühungen.

Die Mitarbeiter eines EW's sind sich gewohnt, technische Probleme zu lösen. Zusätzlich sind sie auf einzelne Produktegruppen (frühere Tätigkeiten, Hobby ...) spezialisiert. Mit diesen Fähigkeiten können sie Kunden dienen, welche keine Unterstützung von technisch versierten Bekannten erhalten.


Allgemeine Energieberatung

Im Gegensatz zur standardisierten Grobanalyse von Haushalten fehlen bei Gewerbe-, Dienstleistungs- und Industriebetrieben oft die Vergleichswerte für den Energieverbrauch. Es gibt auch keine Gerätedatenbank für die einzelnen Komponenten. Für einige verbreitete Branchen sind schon spezifische Publikationen erschienen. Für die übrigen Betriebe kann als Basis die Heizenergie herangezogen werden. Vereinfacht gilt: Gebäude mit einem jährlichen Heizenergieverbrauch von 100 kWh/a (10 Liter Heizöl) pro m² beheiztem Raum sind gut.

Die Analyse und energetische Optimierung von «unbekannten» Prozessen ist meistens mit erheblichem Aufwand und geringen Erfolgsaussichten verbunden. Diese Aussage gilt auch für Energiefachleute, denn die grossen Energiesparmöglichkeiten stecken oft im richtigen Betrieb der Anlagen und in der energieoptimalen Systemwahl, welche einschlägige Kenntnisse der branchenspezifischen Ausrüstung voraussetzen.

Checkliste für die Engergieberatung bei Gewerbe-, Dienstleistungs- und Industriebetrieben
Ziel: Unterstützung der Kunden bei der rationellen Verwendung von Energie
Aufbau von Image
Aufbau von Wissen über Stromanwendungen (Weiterbildung)
Wer: Firmen, Verwaltungen und Organisationen, welche eine Energieberatung wünschen
Was: Zuordnung des Energieverbrauchs auf die einzelnen Verbraucher
Animation zur Führung einer Energiebuchhaltung
Vorschläge für Sparmassnahmen (Kennen der eigenen Kompetenz)
Besprechung mit Kunden
Wie: Auswertung der Energiedaten aus den Vorperioden
Vergleich mit Branchen-Kennwerten (Hotellerie, Bäckereien, ARA ...)
Messgeräte (Datenlogger ...) zur Bestandsaufnahme
Eventuell Unterstützung durch externe Spezialisten
Verrechnung von ausserordentlichen Leistungen
Vertrauliche Behandlung der Beratung
Kontrolle: Befragung nach 2 Monaten, Ausfüllen eines Fragebogen
Kontrolle der Energieverbrauchsentwicklung über 3 Jahre
Dokumentation: Journal der Kontakte (Wann, Wer, Was)
Kopie der Auswertung und der Kontrolle

Durchführung und Auswertung von Messungen

Speziell im Zusammenhang mit Grobanalysen, aber auch in anderen Situationen ergibt sich immer wieder der Bedarf nach effektiven Messungen des Stromverbrauchs, ganz speziell wenn es um einzelne Geräte geht. Folgende Hilfsmittel können zum Einsatz kommen:

Memo-Box: Datenlogger zur ein- oder dreiphasigen Aufzeichnung von Strömen, Spannungen, Leistungen, Phasenverschiebungen. Die Darstellung der Messungen erfolgt mit einer speziellen Software, die Auswertung erfolgt «von Hand». Solche Resultate eignen sich auch für die Planung von Lastmanagement-Systemen.

Energiemessgeräte (z.B. EMU) können in jedes Apparatekabel eingeschlauft werden. Sie zeigen Strom, Spannung und Leistung an und registriert den Energieverbrauch.

Energiebuchhaltung mit Hilfe des Stromzählers (gilt sinngemäss auch für die anderen Energieträger). Eine regelmässige, mehr oder weniger häufige Ablesungen des Stromzählers liefern detaillierte Angaben über den Stromverbrauch und ermöglichen eine feine Analyse. Die Ablesungen des Zählers besorgt jeweils der Kunde. Der Energieberater zeigt wie und liefert das benötigte Formular dazu. Nach Abschluss der Datenerfassung stellt er die erfassten Werte dar und wertet sie im Hinblick auf die jeweilige Fragestellung aus.


Beispiel mit dem Tabellenkalkulationsprogramm «Excel» für die Berechnung
des Verbrauchs und der mittleren Leistung aus den Ablesedaten der Kunden.

Temporäre oder fixe Installation eines «privaten» Stromzählers zur Aufschlüsselung des Stromverbrauchs von einzelnen Anlagen (Küche, Schwimmbad, Kühlmaschinen ...). Durch den hohen Bestand an ausgedienten Zählern bei vielen Elektrizitätswerken ist diese Messmethode mit geringen Gerätekosten möglich.


Grobbeurteilung aus den Zählerdaten

Nur aus den Zählerdaten und der Branchenzugehörigkeit eines Kunden kann schon eine grobe Beurteilung erfolgen und Energiesparmöglichkeiten können vermutet werden.

Grobbeurteilung Verwaltungsgebäude

Bürohaus 1992 1993 1994 Anteil Leistung
Winter HT 46'410 kWh 39'065 kWh 41'740 kWh 51% 14.3 kW
Winter NT 7'925 kWh 7'660 kWh 8'205 kWh 10% 5.6 kW
Sommer HT 35'770 kWh 34'485 kWh 25'845 kWh 31% 8.9 kW
Sommer NT 6'260 kWh 6'430 kWh 6'435 kWh 8% 4.4 kW
Jahr 96'365 kWh 87'640 kWh 82'225 kWh 100% 9.4 kW

Das Bürohaus hat einen hohen Anteil an Winter- und Niedertarif-Strom.

Im Winter wird etwa 60% mehr Strom bezogen als im Sommer (vermutete Ursache: Beleuchtung und vielleicht ein paar «Elektroöfeli»). Der hohe Anteil von Niedertarifstrom (im Winter 30% höher als im Sommer) mit einer durchschnittlichen Leistung von 5 kW zeigt, dass wahrscheinlich im Verhalten (Geräte abschalten ...) einige Energiesparmöglichkeiten stecken.

Grobbeurteilung Skiliftanlage

Bahnen 1992 1993 1994 Anteil Leistung
Winter HT 59'130 kWh 87'882 kWh 85'193 kWh 87% 29.2 kW
Winter NT 5'750 kWh 9'645 kWh 8'584 kWh 9% 5.9 kW
Sommer HT 7'108 kWh 8'675 kWh 3'833 kWh 4% 1.3 kW
Sommer NT 910 kWh 986 kWh 829 kWh 1% 0.6 kW
Jahr 72'898 kWh 107'188 kWh 98'439 kWh 100% 11.2 kW

Wofür brauchen die Bahnen Niedertarif-Strom?

Aus den Verbrauchswerten des Skiliftbetriebs ist ersichtlich, dass er tagsüber im Winter betrieben wird. Der trotzdem vorhandene Niedertarifanteil lässt darauf schliessen, dass wahrscheinlich Elektroheizungen (eventuell für die Kontrollhäuschen) in Betrieb sind. Mit Schaltuhren könnte dieser Verbrauch reduziert werden. Beim Skilift selber gibt es nur geringe Energiesparmöglichkeiten, die Potentiale liegen in der richtigen Systemwahl.


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