Energiesparmöglichkeiten in Sägereien

Einleitung

Energieanalyse

Energiesparen

Technologien

Zusammenfassung

Energie-ERFA des SHIV

Literaturhinweise

Zielwerte für Prozesse in Sägereien

Verbrauchsstatistik

Vorgehen bei den Grobanalysen

Resultate der Energieanalysen

Verallgemeinerung der Resultate

Rundholzbereich

Sägen und Trennen

Entsorgung

Trocknung

Nachbearbeitung

Energiekosten

Holztrocknung und Heizungsanlage

Optimierung der Absauganlage

Druckluft und elektrische Antriebstechnik


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© GLOOR ENGINEERING, CH-7434 SUFERS, 7. JULI 1996


Energiesparmöglichkeiten

Rundholzbereich

Sortierwagen

Von 15 untersuchten Betrieben waren deren 9 mit einem hydraulisch angetriebenen Sortierwagen ausgerüstet. Foto: Ein Rundholzsortierwagen mit Hydraulikantrieb und Kappsäge. Die 3500 bis 13'000 fm Einschnittmenge wurden mit einer Leistung von 5 bis 20 fm/h sortiert. Das Kappen der Stämme macht etwa einen Drittel der Betriebszeit aus. Betrachtet man die effizienten Betriebe, so ist eine Produktivität von 12 fm/h inklusive Kappen möglich. Im Betrieb nehmen die Sortierwagen eine durchschnittliche Leistung von 20 kW auf. Im Leerlauf variieren die Werte zwischen 6 und 17 kW. Bei modernen Hydraulikaggregaten in dieser Leistungsklasse sollten Leerlaufleistungen von 4 kW und weniger möglich sein.

Leerlauf: Bei den Besuchen wurde oft festgestellt, dass die Sortierwagen auch liefen, wenn der Führer in der Kabine am Mobiltelefon ein Gespräch führte, und keine Stämme sortierte.

Das Rundholz wird auch mit konventionellen Krananlagen (ohne Hydraulikverluste) und mit Fahrzeugen sortiert. Ein Pneulader verbraucht während 600 Stunden etwa 3000 Liter Dieselöl, was 30'000 kWh Stunden Energie oder etwa 10'000 kWh Strom entspricht.

Entrindung

Es gibt Betriebe, welche die Stämme "nackt" beziehen, in der Rinde schneiden oder vor dem Sägen entrinden. Beim Sägen in der Rinde vermischen sich die Holzabfälle (Rinde und Holz), aber es braucht keine zusätzliche Maschinen für die Entrindung. Foto: Lochrotor zur automatischen Entrindung. Für die maschinelle Entrindung wird eine Fräse oder ein Lochrotor eingesetzt. Der Energieverbrauch für die Entrindung ist gering, wenn die Maschine nach der Arbeit abgestellt wird.

Beispiel: Der Asynchronmotor eines grossen Lochrotors nimmt während dem 15 Sekunden dauernden Hochlauf durchschnittlich 30 kW auf, im Leerlauf aber 15 kW. Abschalten lohnt sich also schon bei Pausen unter einer Minute.

Rundholzanlage

Die relativ grossen Motoren der Rundholzfördereinrichtungen verursachen einen geringen Stromverbrauch, weil die Einschaltzeiten durch die Automatisierung kurz sind.


Sägen und Trennen

Gatteranlage

Die Gatteranlage ist eine energie-effiziente Holzschneideeinrichtung, weil mehrere Schnitte gleichzeitig gemacht werden und die Stämme Stoss an Stoss durchlaufen könnten. Foto: Ein Gattersäge kann in einem Durchgang zehn und mehr Schnitte ausführen. Interessant ist bei den untersuchten 10 ähnlichen Gattern die unterschiedliche Stundenleistung von 4 bis 7 fm. Wenn man während einer Stunde 30 cm Stämme mit 4 m/min schneidet, so sollten 16 fm/h zu schaffen sein, wenn nichts klemmt. Bei einem zweiten Schnitt ergibt das 8 fm/h. Hochleistungsgatter schneiden auch mit 8 m/min. Entweder fährt man zu langsam, oder man stellt das Gatter bei Unterbrüchen nicht ab.

Die Leerlaufleistungen variierten zwischen 10 und 30 kW, der durchschnittliche Wert lag bei 19 kW inklusive Mechanisierung. Bei einer neuen Gatteranlage sollten Leerlaufwerte von 8 kW und weniger möglich sein und die Hilfsaggregate sollten sich automatisch abstellen. Für das Sägen wurde pro Blatt bei vollem Vorschub eine durchschnittliche Leistung von 2 bis 3 kW gemessen.

Bei der Mechanisierung der Gatter und Blockbandanlagen konnte beobachtet werden, dass die Rollengänge auch liefen, wenn noch kein Holz zu transportieren war. Dieser unnötige Betrieb verursacht nicht nur Energiekosten sondern verschleisst auch die Mechanik.

Blockbandanlage

Foto: Eine grössere Blockbandsäge. Auf den Blockbandsägen wurde zwischen 1,4 und 4,7 fm pro Stunde geschnitten. Die Betriebe mit einer grossen Einschnittmenge erreichten die besseren Werte. Als Zielwert wird eine Stundenleistung von 4 fm/h vorgeschlagen.

Die Leerlaufleistung zeigten sehr grosse Unterschiede von 7 bis 60 kW mit einem Durchschnittswert um 20 kW. Als Zielwert für eine moderne Anlage sind 6 kW Leerlaufverluste anzustreben. Schlecht in Bezug auf die Energie-Effizienz sind die Maschinen mit einem hydraulischen Hauptantrieb. Heute ist es Stand der Technik ist, dass man eine Hydraulikpumpe einsetzt, welche genau soviel Öl schöpft, wie gerade gebraucht wird. Bei den Bandsägeanlagen ist die eigentliche Schnittzeit relativ kurz (durchschnittlich 25%).

Durch die grosse bewegte Masse dauert der Hochlauf einer Bandsäge relativ lange, je nach Modell ist eine Energie von bis zu 300 kWs nötig und es gibt Motoren, welche in der Sternschaltung dazu fast eine Minute brauchen. Mit einem Frequenzumrichterantrieb könnte bei Pausen die Bandsäge langsamer laufen oder auch abgestellt werden. Zusammen mit dem sanften Anlauf würde sich dadurch auch die Standzeit der Sägebänder erhöhen. Zusätzlich kann die optimalen Bandgeschwindigkeit (Holzart, Winter, Sommer) gewählt werden.


Leistungsbedarf einer guten Blockbandsäge (4 fm/h).

Es ist nicht nur die Blockbandmaschine, welche für den Prozess nur einen Bruchteil der aufgenommenen Energie benötigt, auch die Entsorgung wird schlecht ausgelastet. Bei einem kurzen Unterbruch sollte die Entsorgung automatisch abgestellt werden.

Die bei der Gatteranlage gemachten Bemerkungen für die Rollengänge (bedarfsgerecht ansteuern) gelten auch für die Blockbandanlage.

Spaner und Kreissäge

In grösseren Sägewerken werden die Seitenabschnitte der Stämme durch Spaner (Kreissäge und Fräse) direkt vor dem Gatter zu Schnitzel zerhackt. Die dazu erforderlichen grossen Motoren (50 kW) haben aber eine geringe Leerlaufleistung um 3 kW. Die erforderliche Zerkleinerungsarbeit muss nicht mehr durch den Hacker erfolgen. So gesehen sind die vermeintlichen "Stromfresser" gar nicht ineffizient, vor allem wenn die Anlage gut ausgelastet ist und bei Unterbrüchen abgestellt wird.

Besäumer

Die Produktivität der Besäumer (Längskreissäge) konnte nicht abgeschätzt werden, weil die Bearbeitung sehr stark vom Sortiment abhängt, welches nicht erfasst wurde. Foto: Eine alte Besäummaschine mit nur 4 kW Leerlaufleistung.

Die Besäumer haben eine Leerlaufleistung von 4 bis 10 kW (Durchschnitt 7 kW). Ein Zielwert für eine rotierende Achse mit Sägeblätter liegt 3 kW Leerlaufleistung ist nicht zu tief. Bei einer kontinuierlichen Weiterverarbeitung könnten bei einem Unterbruch an den vorgelagerten Maschinen der Besäumer und die zugehörigen Förder- und Entsorgungseinrichtungen mit wenig Aufwand automatisch abgestellt werden. Der Hochlauf erfolgte bei den untersuchten Maschinen innerhalb weniger Sekunden, bei den Förderbändern sogar innerhalb Sekundenbruchteilen.


Entsorgung

In vielen Sägereien wurde festgestellt, dass die Entsorgung soviel Strom wie die Hauptmaschinen benötigt. Die grösste Energiesparmöglichkeit steckt in einem guten Entsorgungskonzept mit kurzen Wegen, grosszügigen Puffern, energie-effizienten Komponenten und einer optimierten Steuerung.

Kratzförderer und Förderbänder

Förderbänder und Kratzförderer können meistens ein mehrfaches (5 bis 10-fach) der anfallenden Schüttgüter transportieren. Diese Überdimensionierung wird zur Vermeidung von Verstopfungen bei Störungen gewählt. Die Reibungsverluste (Energie und Verschleiss) von solchen Anlagen sind aber proportional zur Fördergeschwindigkeit. Es wäre daher sinnvoll, diese Fördereinrichtungen nur mit voller Fracht laufen zu lassen, oder aber die Geschwindigkeit der anfallenden Holzmenge anzupassen (Frequenzumrichter, polumschaltbare Motoren oder Schaltgetriebe). Foto: Ein Förderband, welches nur bei Bedarf läuft. Bei einem automatischen Ein- und Ausschalten ist die Personensicherheit zu beachten. Bei geöffneten Abdeckungen sollte die Anlage verriegelt sein.

Bei Sanierungen oder Neuanlagen liegt das Potential in einer richtigen Dimensionierung, welche dem durchschnittlichen Holzanfall entspricht und bei einem System, welches bei Störungen ohne "Morks" wieder zum laufen gebracht werden kann.

Vibrorinnen

Auch Vibrorinnen benötigen relativ viel Leistung (etwa 0,5 kW/m²), ob Holz drauf liegt, oder nicht. Mit einem Sensor (Überwachung des Transportraumes oder der Kraft auf den Antrieb) könnte ein einfacher Start- und Stoppbetrieb (inklusive Hackanlage) realisiert werden.

Hacker und Siebe

In den untersuchten Betrieben gab es verschiedene Ausführungen von Hack- und Siebeinrichtungen. Foto: Im Keller laufen Vibrorinne, Hacker, Sieb und Kratzförderer auch wenn keine Holzabfälle anfallen. Die Leerlaufleistung für die automatische Entsorgung lag bei den Sägemehlventilatoren und bei den Hackanlagen je zwischen 4 und 22 kW (Durchschnitt 10 kW). Alle Hacker waren überdimensioniert, denn eine verklemmte Entsorgung kann den ganzen Produktionsprozess stoppen.

Optimal wäre eine Pufferung, welche stossweise die volle Auslastung der Anlage erlauben würde. Die minimale Lösung ist das automatische Abschalten im Leerlauf.

Absauganlagen

Die pneumatische Förderung (mit Ventilatoren) von Schüttgütern ist energetisch gesehen eine schlechte Lösungen. Foto: Eine Absauganlage verbraucht oft mehr Strom als die an ihr angeschlossenen Maschinen. Damit die Rohrleitung nicht verstopft, braucht es eine hohe Fördergeschwindigkeit. Für eine Verdopplung der Luftmenge wird etwa die 8-fache Leistung benötigt. Eine kurze mit möglichst wenig Krümmungen gebaute Rohrleitung benötigt weniger Ventilatorleistung. Zusätzlich sind die Rohre und Zyklone regelmässig auf Verengungen und Lecke zu überprüfen. Auch Filter haben einen geringeren Strömungswiderstand wenn die Reinigung einwandfrei funktioniert. Der Druckabfall kann mit Differenzdruckmanometer überwacht werden, welche ab einem einstellbaren Wert Alarm geben.

In vielen Betrieben sind mehrere Maschinen an einer Absauganlage angeschlossen. Die Anlage ist meistens so ausgelegt, dass in allen Rohren die minimale erforderliche Luftströmung möglich ist. Der gleichzeitige Betrieb kommt aber selten oder nie vor. Der Ventilator dürfte also langsamer laufen, wenn die nicht benötigten Rohre mittels Schieber verschlossen würden. Diese Anpassung kann mit elektrisch oder pneumatisch betätigten Schiebern und drehzahlvariablen Antrieben auch automatisiert werden. Wenn man für jede Maschine einen eigenen angepassten Ventilator vorsieht, hat man das gleiche Ziel erreicht, und ist erst noch flexibel bei Änderungen im Maschinenpark. Details sind im Kapitel Absauganlagen ausgeführt.

Eine Alternative zu pneumatischen Fördereinrichtungen sind Spiralförderer, welche um Faktoren (3 bis 8) weniger Leistung benötigen und erst noch leiser sind. Zur Vermeidung des Staubaustritts an den Maschinen kann bei der Annahme zusätzlich ein kleiner (0,5 bis 1 kW) Ventilator mit Zyklon oder Filter installiert werden. Der Austrag in ein Silo erfolgt drucklos.


Holztrocknungsanlagen

Alle untersuchten Sägereien verfügten über mindestens eine Trockenkammer. Der Stromverbrauch für die Holztrocknung und der Heizung ist trotz der kleinen Motoren hoch, weil diese 8000 Stunden pro Jahr laufen. Aus diesem Grund sind der Holztrocknung und Heizung ein eigenes Technologiekapitel gewidmet.

Trockenkammern

Der spezifische Stromverbrauchswert für die Holztrocknung ist von vielen Faktoren abhängig: Trocknungssystem, Kammerart, Holzart, Holzsortiment, Anfangs- und Endfeuchte, Trocknungsprogramm und Beschickung. Unabhängig vom der Kammergrösse wurden installierte Ventilatorleistungen von 50 bis 240 W/m³ Nutzrauminhalt gefunden. Foto: Die Ventilatoren der Trockenkammer. Als Zielwert wird 100 W/m³ vorgeschlagen. Eine grosse Energiesparmöglichkeit steckt in der Reduktion der Ventilatorlaufzeit oder der Drehzahlabsenkung unter dem Fasersättigungspunkt um 25% Feuchte.

Eine erfolgreiche Sägerei protokolliert jeden Trocknungsprozess. Wenn dabei der Strom- und Wärmeverbrauch (Wärmezählerlieferanten) auch kontrolliert (Literatur zur Messtechnik) wird, steigt die Qualität und die Energiekosten fallen.

Heizung

Bei den neueren automatischen Holzfeuerungsanlagen sind die Gebläse meistens geregelt, und fallen darum im Stromverbrauch nicht gross ins Gewicht. Die Umwälzpumpen verursachen mit ihrem 24-Studenbetrieb den relativ grossen Stromverbrauch. Die meisten Pumpen sind um Faktoren überdimensioniert, und laufen oft auch, wenn gar kein Wasser umgewälzt werden muss. Überschlagsmässig sollte die erforderliche Anschlussleistung der Pumpe nur 1‰ der thermischen Kesselleistung betragen.


Nachbearbeitung

Aus der Nachbearbeitung wird nur auf zwei Prozesse kurz eingegangen.

Hobeln

Die Hobelmaschinen weisen im allgemeinen eine hohe Ausnützung auf (Die Bretter werden Stoss an Stoss durchgeschoben). Schon wegen dem Lärm werden sie meistens nicht unnötig laufen gelassen. Die Leerlaufleistung lag bei den vergleichbaren 5-Achsen Maschinen zwischen 5 und 7 kW. Die Hobelmaschinen benötigen aber eine starke Absauganlage. Betriebe mit einer grossen Flexibilität im Sortiment können Breiten von über 30 cm hobeln. Die volle Breite ist aber nur ein paar Tage im Jahr gefragt. Die übrige Zeit sind viel zu breite Werkzeuge eingesetzt, welche wiederum eine grosse Luftmenge erfordern. Eine Lösung wäre da ein zweites günstigeres Werkzeugsortiment für die üblichen Breiten. Gleichzeitig könnten dann die Abluftöffnungen teilweise abgedeckt werden und der Ventilator mit einer tieferen Drehzahl laufen.

Holzoptimierung

Maschinen für die Holzoptimierung sind die Kappsäge und Keilzinkverleimmaschine. Wenn man diese Automaten beobachtet, so erkennt man, dass der eigentliche Bearbeitungsprozess nur einen Bruchteil der Zykluszeit ausmacht. Foto: Eine kombinierte Fräs- und Leimmaschine für das Keilzinken arbeitet während einem Zyklus von 28 Sekunden nur für 4 Sekunden (<15%)Dazu kommen noch oft Störungen an der Maschinen, welche die Zykluszeit verlängern. Die Anlage erfordert aber dauernd eine hohe Leistung (Absaugung, Druckluft, Hydraulik, Fräse, Trennsäge). Wenn die einzelnen Aggregate bedarfsgerecht geregelt würden, wäre die gleiche Produktivität mit einem Bruchteil des heutigen Energieverbrauchs möglich.

Hinweis: Innovative Maschinenhersteller können energie-effiziente Anlagen bauen, wenn das ein Kaufkriterium ist. Der Käufer muss dafür nur die Betriebskosten (Kapital, Personal, Unterhalt, Energie, Entsorgung ...) als Zielgrösse wählen. Die Energiekosten werden vor allem von der Leerlaufleistung beeinflusst. Eine tiefe Leerlaufleistung ist auch ein Qualitätsmerkmal einer guten Maschine.

Diverse

Elektroheizungen

In den Kabinen der Maschinenführer wurden teilweise elektrische Widerstandsheizungen angetroffen. Die Wärmeenergie aus der Holzheizung wäre zwar günstiger, der Installationsaufwand aber viel höher. Oft hat es in der Nähe der Kabinen Abwärme (Schaltschrank, Hydraulikpumpen, Kompressoren ..), welche genutzt werden könnten. Wenn trotzdem noch Elektroöfen erforderlich sind, sollten die zu beheizenden Räume isoliert werden. Die temperaturgeregelten "Öfeli" sind mit sichtbaren Kontrollampen und Wochenschaltuhren zu versehen.

Druckluftanlagen

Hochautomatisierte Betriebe benötigen viel Druckluft. Verglichen mit Elektroantrieben ist der Wirkungsgrad zehnmal schlechter. Druckluft wird aber von vielen Holzbearbeitungsmaschinen benötigt. Der Nenndruck ist auf einen möglichst tiefen Wert einzustellen, über 6 bar ist selten erforderlich. Ausserhalb der Arbeitszeiten kann der Kompressor zum Beispiel über eine Schaltuhr abgestellt werden. Weitere Details sind im Kapitel Druckluft zu finden..

Stapler und Pneulader

In den Sägerei wurde leider öfter als im Strassenverkehr beobachtet, dass wartende und kurz parkierte Fahrzeuge liefen. Es gilt: beim Warten immer abstellen.

Licht

In den meisten Betrieben sind Fluoreszenzlampen im Einsatz. Teilweise wurden auch die weniger energie-effizienten Halogenglühlampen angetroffen. Die beste Beleuchtung ist das Tageslicht. Fensterreihen in den oberen Bereichen können brauchbares Licht bis 8 Meter tief in den Raum tragen. Mit Oberlichter wird zusätzliches Licht an die Arbeitsplätze gebracht werden. Ein möglichst heller Anstrich der Innenflächen unterstützt eine gute Beleuchtung.

Die trotzdem notwendige künstliche Beleuchtung sollte auf die Arbeitsplätze abgestimmt sein, und sollte je nach Bedarf lokal ein- und ausgeschaltet werden können. Für eine energie-effiziente Beleuchtung mit guter Farbwiedergabe beim Arbeiten können Leuchstofflampen (Durchmesser 26 mm) oder Halogen-Metalldampflampen eingesetzt werden. Gute und saubere Reflektoren unterstützen eine hohe Lichtausbeute. Die sparsamen Natriumdampflampen haben leider einen Gelbstich. Eine zu sparsame Beleuchtung wirkt sich schlecht auf die Qualität aus.

In den Nebenräumen (Heizung, Entsorgung ...) könnte die Beleuchtung mit einem "Näherungsschalter" ausgerüstet werden, in den Werkhallen mit einem Dämmerungsschalter. Literaturhinweise zur allgemeinen und industriellen Beleuchtung)

Bürogeräte

Die Standby-Verluste von elektronischen Geräten wie Kopierern, Computern, Terminals, Steuerungen, usw. sind zu vermeiden. Ein dauernd eingeschalteter Kopierer mit zum Beispiel 20 Watt Leerlaufleistung verbraucht für 30 Franken Strom im Jahr, ohne ein Blatt zu vervielfältigen. Achten Sie beim Kauf auf das Label von Energie 2000. Die aktuellen Verbrauchszielwerte werden jährlich neu festgesetzt.


Energie und Kosten

Die Stromkosten (Betrag der Stromrechnung durch Stromverbrauch in kWh) variierten bei den 15 untersuchten Betrieben zwischen 17 und 28 Rappen pro kWh. Die Stromkosten setzen sich aus einer Grundtaxe, dem Arbeitspreis (kWh Hochtarif und kWh Niedertarif), dem Leistungspreis (kW), dem Blindarbeitskosten (kVAr) und der Mehrwertsteuer zusammen.

Leistungstarif

Das Elektrizitätswerk muss bei seinem Stromlieferanten für jede Tagesstunde die benötige Leistung vorbestellen. Damit es die Kosten im Griff behält, versucht es den Spitzenleistungsbedarf gering zu halten, indem es seinen Kunden das Leistungsmaximum (üblicherweise während 15 Minuten) pro Ableseperiode in Rechnung stellt. Das Kilowatt kostet zwischen 72 und 240 Franken im Jahr.

Der hohe Anlaufstrom von Maschinen hat praktisch keine Wirkung auf die Leistungskosten, weil die kurze Anlaufzeit innerhalb der 15 Minuten dauernden Messung unbedeutend ist.

Das Verhältnis zwischen der durchschnittlichen Leistungsaufnahme aller Maschinen und dem verrechneten Leistungsmaximum erstreckte sich bei den untersuchten Betrieben von 36% bis zu 100%. In der Sägerei können zur Vermeidung von Leistungsspitzen Lastoptimierungsgeräte eingesetzt werden. Diese Geräte messen dauernd die Leistung am Hauptanschluss. Wenn das eingestellte Maximum überschritten wird, so stellen sie vordefinierte untergeordnete Anlagen für eine einstellbar Zeit ab. So zum Beispiel die Heizung, die Holztrocknungsanlage und den Hacker.


Tageslastgang einer Sägerei (Stundenmittelwert).

Blindarbeit

Elektromotoren holen sich aus dem Stromnetz nicht nur Energie für ihre Arbeit, sie leihen sich auch Energie für die Magnetisierung (Blindleistung) aus. Diese Magnetisierungsenergie pendelt 50 mal pro Sekunde zwischen Kraftwerk und Motor hin und her. Der dazu notwendige Strom erhöht die Leitungsverluste beim Elektrizitätswerk um bis zu 50%. Aus diesem Grund werden diese zusätzlichen Übertragungsverluste in Rechnung gestellt, wenn sie einen bestimmten Wert überschreiten. Mit Kondensatoren kann aber die benötigte Blindleistung direkt bei der Anlage kompensiert werden, dadurch verschwinden die zusätzlichen Leitungsverluste und deren Verrechnung. Eine gute Wirtschaftlichkeit ergibt sich ab 1000 Franken Blindleistungskosten pro Jahr. Je höher die Blindleistungskosten sind, desto rentabler ist eine Kompensationsanlage.

Beispiel Wirtschaftlichkeit:
Durchschnittsleistung 50 kW bei 2000 Betriebsstunden pro Jahr. Leistungsfaktor cos = 0,7 (51 kVar), erlaubt sind cos = 0,92 (23 kVar). Kostenpflichtiger Blindleistungsbezug: (51 - 23) kVar * 2000 h = 56'000 kVarh. Blindleistungskosten: 56'000 kVarh * 0.035 Fr./kVarh = 1960.-- Fr./Jahr. Eine entsprechende Kompensationsanlage mit (5 * 6,25 kVar) für Fr. 5100.-- rentiert also ab 3 Jahren.

Nicht nur Motoren, auch Transformatoren und Drosselspulen (zum Beispiel für Leuchtstoffröhren) benötigen Blindleistung. Elektroantriebe welche mit Frequenzumrichtern ausgerüstet sind, benötigen aber praktisch keine Blindleistung. In Betrieben mit vielen Phasenanschnittgeräten (Gleichstrommotoren, Schweissmaschinen ...) kann mit einer verdrosselten Kompensationsanlage das Netz zusätzlich von Oberwellen gesäubert werden. Für eine Beratung kontaktiert man das lokale Elektrizitätswerk oder eine spezialisierte Firma.

Kleinwasserkraftwerke

In vielen Sägereien wurde früher die Wasserkraft genutzt. Kleine Wasserkraftwerke (10 bis 1000 kW Leistung) sind bestens erprobte und oft auch rentable Anlagen, wenn die Infrastruktur noch vorhanden ist. Die meisten Elektrizitätswerke halten sich an den vom Bund empfohlenen Rückliefertarif von 0.16 Fr./kWh. Weiterführende Literaturhinweise über kleine Wasserkraftwerke sind im Anhang zu finden.

Holzverstromung

Die typische Ausbeute, welche thermischen Kraftmaschinen abgerungen werden kann, liegt bei 30% elektrisch, 60% thermisch und 10% Verluste. Für grössere Holzverarbeitungsbetriebe (ab 1000 m³ Energieholz pro Jahr) und genügend ganzjährigen Wärmebezüger kann die Krafterzeugung aus Holzenergie interessant sein, vor allem mit staatlichen Unterstützungsbeiträgen. Momentan sind drei verschiedene Verfahren aktuell:

Dampfturbinen: Erprobte Systeme im Megawattbereich sind vorhanden. Pilotanlagen mit kleineren Turbinen sind am anlaufen.

Dampfmaschinen: Eine schon in der Vergangenheit erprobte Technik (Dampflokomotiven) welche heute kaum noch angewendet wird (relativ tiefer Wirkungsgrad).

Holzvergasung: Einige Pilotanlagen sind in Betrieb (Material und Teerprobleme).

Blockheizkraftwerke

Wenn eine Sägerei fossile Energieträger (Heizöl oder Gas) für die Heizung einsetzt, ist die Rentabilität einer Wärme-Kraft-Kopplung zu prüfen. Der hohe Wärmebedarf für die Holztrocknung gibt eine gute Grundlast für die anfallende Abwärme von Blockheizkraftwerken. Optimal wäre ein Betrieb nur während der Arbeitszeit zur Deckung eines Teils des Strombedarfs. Ein Teil der dabei entstehenden Wärme müsste für die Wärmeversorgung in der übrigen Zeit gespeichert werden (Literaturhinweise).

Energiepartnerschaften

Für Investitionen in Energiesparmassnahmen oder Energieproduktionsanlagen können von Institutionen (SOLARSPAR Genossenschaft Nordwestschweiz, Zürcher Kantonalbank ...) vorteilhafte Finanzierungen bereitgestellt werden. Mit dem lokalen Elektrizitätswerk können Vereinbarungen getroffen werden, welche über eine Finanzierung hinaus gehen (Stichwort: Contracting).


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