|
Anteil der Stromverbraucher in einem |
In einem Lebensmittelgeschäft wird der Stromverbrauch vor allem von den Kälteanlagen dominiert. Je grösser die Verkaufsfläche ist, desto geringer wird der Anteil Kältemöbel und somit sinkt der spezifische Stromverbrauch.
Nebst den Kälteanlagen ist die künstliche Beleuchtung der grosse Stromverbraucher. Die Beleuchtung ist ein wichtiges Element der Produktepräsentation und kann nicht einfach reduziert werden, sondern bedarf einer sorgfältigen lichttechnischen Optimierung. |
| Vergleichsgrösse |
Durchschnittswert |
energieeffiziente Betriebe |
| Stromverbrauch bis 300 m² Verkaufsfläche |
700 kWh/m²a |
400 kWh/m²a |
| Stromverbrauch ab 2000 m² Verkaufsfläche |
500 kWh/m²a |
300 kWh/m²a |
| Stromverbrauch ohne Kälteanlagen |
150 kWh/m²a |
50 kWh/m²a |
| Heizenergieverbrauch |
150 kWh/m²a |
50 kWh/m²a |
| Prozess | Verbesserungsmöglichkeiten | Wirtschaftlichkeit |
| Kälteanlagen | Beachtung der Füllmarken, Reinigung der Verdampfer und Kondensatoren, Kontrolle der Kühlraumdichtheit, Optimierung der Einstellung, Nachtabdeckung der Kühlmöbel. | Einsparmöglichkeiten bis 30% sind möglich. |
| Lüftungsanlage |
Die Lüftungsanlagen dienen der Raumkühlung wegen den hohen internen Wärmelasten (Licht, Personen, Geräte) und der Hygiene (Geruchsbeseitigung). Mit einer geschickten Zonenaufteilung lässt sich die Luftmenge optimieren. Im Sommerbetrieb ist eine Nachtauskühlung zu prüfen, im Winterbetrieb gewinnt man mit einem Wärmetauscher etwa 60% Wärme zurück. | Ab 4 kW Ventilatorleistung und Laufzeiten von mehr als 1000 Stunden pro Jahr oder wenn die Zuluft oft gekühlt wird ist eine genauere Untersuchung der Lüftungsanlage empfehlenswert. |
| Abwärmenutzung | Von den Kühlanlagen fällt soviel Abwärme an, dass mit einer Wärmerückgewinnungsanlage Wärme für die Raumheizung und für angrenzende Objekte zur Verfügung gestellt werden kann. Zusätzlich kann im Sommer die Wärme aus der Abluft genutzt werden. | Je nach Zustand und den Betriebskosten der aktuellen Warmwasseraufbereitung und möglichen Wärmebezügern in der Nachbarschaft.. |
| Beleuchtung | In Verkaufsläden sollte die Grundbeleuchtung mit Leuchtstofflampen ausgerüstet sein. Für die Effektbeleuchtung eignen sich auch Halogen-Metaldampflampen, welche etwa fünfmal effizienter als Halogenlampen sind. In Nebenräumen wie Lager, Aufenthaltsraum und Büro ist die Installation von Bewegungsmelder zu prüfen. | Bei Sanierungen und hohen Betriebsstunden sind Investitionen in eine energieeffiziente Beleuchtung (Elektronische Vorschaltgeräte, automatische Tageslichtanpassung usw.) meistens rentabel. |
| Warmwasser | Eine Warmwassertemperatur von 55 °C ist ausreichend. Warmwasser wird vor allem für die Reinigung benötigt und kann dadurch mit einer Schaltuhr (zum Beispiel an Feiertagen keine Ladung) termingerecht bereitgestellt werden. | Bei grossem Warmwasserbedarf ist eine Vorwärmung des Warmwassers mit der Abwärme der Kälteanlagen sinnvoll. |
| Apparate | Überwachungskameras, Monitore, Kopierautomaten, Ausstellungsgeräte, USV's, Scanner und Kassen sind ausserhalb der Betriebszeit abzuschalten. | Das Ein- und Ausschalten erfolgt über einen Hauptschalter (Licht) oder über Schaltuhren. |
| Raumtemperatur | Die Raumtemperatur ist auf maximal 20 °C einzustellen, ausserhalb der Öffnungszeiten sollte die Temperatur tiefer liegen um den Kälteverlust der Kühlmöbel zu reduzieren. | Ein Grad tiefere Raumtemperatur spart rund 6% Heizenergie und etwa 5% Kälteleistung. |
Zurück zu Gewerbe, Themen, energie.ch
© GLOOR ENGINEERING, 28. DEZEMBER 1998