Sägewerke, Hobelwerke

Anteil der Stromverbraucher

Aufteilung des Stromverbrauchs in Sägereien und Hobelwerken.

In praktisch allen grösseren Sägereien und Hobelwerken ist nur der Stromverbrauch von Interesse, da die Heizung mit Produktionsabfällen betrieben wird.

In einer durchschnittlichen Sägerei und einem Hobelwerk entfällt etwa die Hälfte des Stromverbrauchs auf die Ventilatoren der Holztrocknungsanlage und die Heizungsanlage. Die eigentliche Holzbearbeitung macht nur etwa 10% des Elektrizitätsverbrauchs aus, weitere 10% gehen auf das Konto der Maschinenverluste und rund 20% wird für die Abfallentsorgung aufgewendet. In einem Hobelwerk besteht die Entsorgung aus der Späneabsauganlage, in einer Sägerei aus Kratzförderer, Vibrorinnen und Hacker.

 

Kennzahlen

Vergleichsgrösse für Sägereien

Durchschnittswert

energieeffiziente Betriebe

Stromverbrauch* pro Festmeter (m³) Rundholz

25 kWh/fm

< 15 kWh/fm

* Ohne Stromverbrauch für die Holztrocknung und Nachverarbeitung. Für Hobelwerke konnte noch keine brauchbare Vergleichsgrösse gefunden werden.

Energiesparmöglichkeiten

Prozess Verbesserungsmöglichkeiten Wirtschaftlichkeit
Holztrocknung Bei Holztrocknungskammern kann man in der zweiten Trocknungsphase (unter 25% Holzfeuchte) die Drehzahl der Umluftventilatoren reduzieren, ohne dass dadurch ein Qualitäts- und Zeitverlust entsteht. Eine Halbierung der Drehzahl Frequenzumrichter, Polumschaltbare Motoren) verringert die Ventilatorleistung um den Faktor 8. Durch die Drehzahlabsenkung einer Trockenkammer (10 kW Ventilatorleistung) kann die Hälfte von 80'000 kWh/a (16'000 Franken) Strom eingespart werden. Die Installation bezahlt sich meistens im ersten Jahr.
Auslastung Bei vielen Holzbearbeitungsmaschinen dominieren die Leerlaufverluste. Die Anlagen sind schon aus diesem Grund mit voller Leistung (Vorschubgeschwindigkeit) zu fahren und danach abzustellen. Mit langsamen Sägen (unter 4 m/min) spart man nicht Energie, sondern man vergeudet Zeit und Energie. Eine hohe Auslastung reduziert den spezifischen Energieverbrauch und erhöht auch die Produktivität.
Laufzeit reduzieren Auch bei kurzen Pausen sollten Anlagen abgestellt werden. Als Faustregel lohnt sich das Abschalten energetisch, wenn die Pause fünfmal länger dauert, als das Hochfahren. Zum Beispiel sparen täglich 10 Minuten weniger Leerlauf mit 10 kW Leistung etwa 100 Franken Strom im Jahr.
Heizungsanlage Den Stromverbrauch der Heizung und Holztrocknung lässt sich meistens aus dem Niedertarifstromverbrauch ermitteln. Die Anlagenteile (Pumpen) sollten nur laufen, wenn Wärme benötigt wird. Eine 1 kW Umwälzpumpe kostet keine 1000 Franken und verbraucht rund 2000 Franken Strom pro Jahr.
Druckluftanlage Für die meisten Druckluftverbraucher reicht ein Netzdruck von 6 bar Überdruck. Vor allem in grösseren Anlagen stecken rentable Energiesparmöglichkeiten. Ab einer Kompressorleistung von 5,5 kW lohnt sich meistens eine Optimierung.
Absauganlage Durch die Anpassung der notwendigen Luftmenge an den aktuellen Bedarf lassen sich 40 bis 70% Strom einsparen. Energieeffiziente Neuanlagen sind nicht viel teuerer als übliche Standardanlagen. Anlagen ab 7,5 kW Ventilatorleistung und Laufzeiten von mehr als 500 Stunden pro Jahr und sind genauer zu untersuchen.
Maschinen Eine gute Holzbearbeitungsmaschine hat eine geringe Leistungsaufnahme im Leerlauf, benötigt nur wenig Absaugleistung und keine weitere Infrastruktur wie Druckluft. Interessant sind grössere Maschinen mit Betriebszeiten von über 200 Stunden pro Jahr.
Blindstrom Wenn die Blindstromkosten 700 Franken pro Jahr übersteigen, lohnt sich oft die Anschaffung einer Blindstromkompensationsanlage. Schon ab 300 Franken kann eine Einzelkompensation in Frage kommen.
Leistungsspitze Eine automatische Lastoptimierung bei den Produktionsmaschinen ist selten möglich. Eine gegenseitige Verriegelung zum Beispiel mit Schlüsselschalter von Verbrauchern mit grosser Leistung kann schon viel bringen. Möglichkeiten für die Automatisierung gibt es beim Hacker, der Holztrocknung und Transportventilatoren.

Kontaktadressen

Literaturhinweis


Zurück zu Gewerbe, Themen, energie.ch

© GLOOR ENGINEERING, 28. DEZEMBER 1998