Grobanalyse

Ablauf einer Energieanalyse

Ablauf einer energetischen Grobanalyse durch EW-Mitarbeiter.

Das Ziel einer Grobanalyse ist:
  • Den bekannten Energieverbrauch (Strom und Wärme) den wesentlichen Energiebezügern zuzuordnen.
  • Erkennen von wirksamen Energiesparmöglichkeiten.

Vereinfacht: Nach einer Grobanalyse sollte man wissen, wo die Energie hingeht und wo sie nicht hingehen sollte.

Die Genauigkeit sollte so gross sein, dass man keine falschen Schlussfolgerungen zieht und in Massnahmen investiert, die keine Verbesserung bringen.

Nach der Grobanalyse gibt es für ausgewählte Bereiche die Feinanalyse für die genauere Abklärung der Einsparmöglichkeiten und Kosten. Konkrete Massnahmen laufen über einen Planungsauftrag.

Kennzahlen

Art des Betriebes und Stromverbrauch

Durchschnittswert

Erfahrener Spezialist

Einfacher Betrieb (bis 50'000 kWh/a)

8 Stunden

4 Stunden

Mittlerer Betrieb (bis 500'000 kWh/a)

16 Stunden

6 Stunden

Grösserer Betrieb (bis 2'000'000 kWh/a)

32 Stunden

10 Stunden

Vorgehen

Aktion Beschreibung Bemerkungen
Auswertung der Stromrechnung Folgende Daten können gewonnen werden:

Statistik: Stromverbrauch über die letzen drei Jahre (Saisonwerte, Hoch-, Niedertarif, Spitzenleistung, Blindarbeit, Kosten).

Bandlast: Der Niedertarifstromverbrauch durch die Niedertarifstunden pro Periode (wenn keine gesperrten Verbraucher wie Boiler vorhanden sind und keine Arbeiten in der Niedertarifzeit stattfinden).

Leistung während der Arbeitszeit: Der Hochtarifverbrauch minus den Anteil der Bandlast im Hochtarif geteilt durch die Anzahl Arbeitsstunden in der Messperiode.

Blindenergiekosten: Ab 700 Franken pro Jahr kann eine Kompensationsanlage rentabel sein.

Die Auswertung und Darstellung von Verbrauchsdaten lässt sich gut automatisieren.

Der Energieberater eines EW's hat internen Zugriff auf Energiedaten seiner Kunden vor und nach einem Besuch.

Typische Bandlastbezüger sind zum Beispiel Heizungs- und Kälteanlagen.

Das Potential einer Lastoptimierung zeigt das Verhältnis Spitzenleistung zu Arbeitsleistung.

Eine Einzelkompensation kann schon ab 300 Franken im Jahr rentieren.

Betriebsdaten erfragen Interessante Daten sind: Mitarbeiterzahl, Arbeitsstunden, Arbeitszeit, Betriebsfläche, Produktionszahlen (CHF/a, kg/a usw.), Verbrauchsdaten (Heizöl, Erdgas, Brennholz, Wärme, Wasser), Maschinenstunden. Wenn der Heizenergieverbrauch in die Analyse einbezogen wird, sind Baupläne (1:100) nützlich.
Energieverbraucher identifizieren Energieverbraucher, welche weniger als 1% des Stromverbrauchs ausmachen, können vernachlässigt werden.

Der jährliche Energieverbrauch rechnet sich aus durchschnittlicher Leistung mal Betriebsstunden. Bei sehr vielen Anlagen ist die durchschnittliche Leistung kleiner als die installierte Leistung (Typenschilddaten).

Wenn keine einzelne Energiemessung über eine Zeit durchgeführt wird, kann der Energieverbrauch auch grob gerechnet werden. Dazu wird die Leistungsaufnahme in zwei Zeitbereiche aufgeteilt werden: In einen Grundlastbereich (Leerlauf) und in einen Lastbereich. Aus der Beobachtung des Prozesses kann die Zeitaufteilung meistens gut abgeschätzt werden.

Oft sind Hilfseinrichtungen wie Lüftung, Druck- luftanlage usw. grosse Energieverbraucher.

Ungeregelte Ventilatoren und Pumpen nehmen meistens ihre Nennleistung auf.

Maschinen mit langer Auslaufzeit haben oft eine geringe Leerlaufleistung.

Aus der Zeitdauer für den Lastbereich lässt sich auch der Beitrag zur Leistungsspitze ausrechnen.

Protokoll und Hochrechnung
Firma:
Strasse:
Ort:
Telefon:
Kontaktperson:
Beschäftigte:
Beheizte Fläche [m²]
Arbeitsstunden [h/a]
Betriebsleistung:      
Elektrizität: Leistung [kW]
Verbrauch [kWh/a]
Heizung: Leistung [kW]
Verbrauch [kWh/a]
Elektroanlagen: kW h/a kWh/a
       
       
       
       
Summe      
Gebäude: Kennzahl [kWh/m²]
Wände:  
Fenster:  
Türen:  
Dach:  
Auf einem solchen Formular kann man die Ergebnisse während der Grobanalyse festhalten.

Die Summe des Stromverbrauchs der aufgeführten Anlagen sollte etwa den Jahresstromverbrauch des Betriebes ergeben.

Wenn der Kunde keinen Bericht wünscht, kann er direkt eine Kopie des Protokolls erhalten.

Checklisten Beispiel: Seite1 und Seite2 Mit Checklisten erhöht sich die Effizienz und Qualität von Grobanalysen

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© GLOOR ENGINEERING, 28. DEZEMBER 1998