Gastronomiebetriebe (Restaurant)

Anteil der Stromverbraucher

Anteil der Stromverbraucher in einem Restaurant.

In einem Restaurant verbraucht die Küche am meisten Strom. Der spezifische Stromverbrauch hängt von den Kochstellen (Strom/Gas) und vom Küchentyp ab. Ein Feinschmeckerlokal hat einen höheren Stromverbrauch pro Mahlzeit als eine Imbissstube.

Das Küchenpersonal hat einen grossen Einfluss auf die Energieeffizienz. Es sind "schlechte" Gewohnheiten wie das Einschalten der Herdplatten vor dem Arbeitsbeginn welche einen hohen Energieverbrauch verursachen.

Kennzahlen

Vergleichsgrösse

Durchschnittswert

energieeffiziente Betriebe

Mittlerer Stromverbrauch pro Mahlzeit

5 kWh/MZ

1,5 kWh/MZ

Energieverbrauch pro m² beheizte Fläche

250 kWh/m²a

120 kWh/m²a

Stromverbrauch pro m² beheizte Fläche

50 kWh/m²a

15 kWh/m²a

Gesamtenergiekosten in % des Umsatzes

3 %

1,5 %

Energiesparmöglichkeiten

Prozess Verbesserungsmöglichkeiten Wirtschaftlichkeit
Kochverhalten Es ist schwierig, eingeübte Verhaltensmuster (Warmwasserverbrauch, Bereitschaftshaltung usw.) in der Küche zu beeinflussen, ohne dass Personal intensiv zu beraten. Wenn das Personal gut instruiert und motiviert wird, so sind erhebliche Einsparungen möglich.
Küchengeräte Bei Neuanschaffungen sind energieeffiziente Kochgeräte wie Induktionskochherde, Combisteamer sowie gut isolierte (mehr als 4 cm Dämmung) Wärmeschränke oder Wasserbehälter für die Abwaschmaschine zu berücksichtigen. Bei der Geräteauswahl sollten die jährlichen Betriebskosten, und nicht der Produktepreis im Vordergrund stehen.
Kälteanlagen Reinigung der Verdampfer und Kondensatoren, Kontrolle der Kühlraumdichtheit, Optimierung der Einstellung, Nachtabdeckung von Kühlmöbel, Abwärmenutzung zur Warmwassererwärmung. Einsparmöglichkeiten bis zu 30% sind möglich. Pro kW Kältekompressorleistung kann etwa 2,5 kW Wärmeleistung gewonnen werden.
Küchenlüftung Die Lüftungsanlage in der Küche sollte mehrstufig sein und dem jeweiligen Bedarf angepasst werden. Vor allem bei der Küchenlüftungsanlage ist eine regelmässige Filterreinigung notwendig und nützlich. Anlagen ab 4 kW Ventilatorleistung und Laufzeiten von mehr als 1000 Stunden pro Jahr sind genauer zu untersuchen.
Abwärmenutzung Von den Kochgeräten und den Kühlanlagen fällt soviel Abwärme an, dass mit einer Wärmerückgewinnungsanlage (eventuell kombiniert mit einer Wärmepumpe) die Warmwasseraufbereitung und vielleicht auch die Raumheizung versorgt werden kann. Je nach Zustand und den Betriebskosten der aktuellen Warmwasseraufbereitung und der Gebäudeheizung.
Lüftungsanlage
im Gastraum
Die Lüftungsmenge sollte sich der Belegung anpassen lassen: pro Raucher (30 m³/h) und pro Nichtraucher (12 m³/h). Mit einem Wärmetauscher lassen sich etwa 60% der thermischen Lüftungsverluste zurückgewinnen. Anlagen ab 4 kW Ventilatorleistung und Laufzeiten von mehr als 1000 Stunden pro Jahr sind genauer zu untersuchen.
Warmwasser Eine Warmwassertemperatur von 65 °C ist ausreichend. Wenn das Warmwasser mit der Heizanlage erzeugt wird oder der Elektroboiler in der Niedertarifzeit geladen wird, ist die Geschirrwaschmaschine wenn möglich an das Warmwassernetz anzuschliessen. Eine Vorwärmung des Warmwassers mit der Abwärme der Kälteanlagen ist zu prüfen.
Einzelgeräte Kaffeemaschinen, Kühlvitrinen, Automaten sind, wenn möglich, ausserhalb der Betriebszeit abzuschalten. Bei älteren Kaffeemaschinen können dabei aber die Dichtungen kaputt gehen. Energieeffiziente Geräte sind nicht teuerer, als übliche. Bei den meisten Geräten sind die Bereitschaftsverluste dominant. Das Aus- und Einschalten lässt sich über Schaltuhren automatisieren.
Heizungsanlage Die Raumtemperatur ist auf maximal 22 °C (Thermostatventile) einzustellen, in Nebenräumen und Nachts sollte die Temperatur tiefer liegen. Die meisten Heizungsanlagen und Umwälzpumpen sind zu gross. Ein Grad tiefere Raumtemperatur spart rund 6% Heizenergie. Beim Ersatz einer Heizungsanlage ist die Dimension zu prüfen.
Beleuchtung In Gaststätten können mit Leuchtstofflampen Stromeinsparungen erzielt werden. In Nebenräumen wie Lager und Toilette lohnt sich der Einsatz von Bewegungsmelder. Bei einer Sanierung zahlt sich eine automatische Lichtregelung innerhalb von 5 Jahren.
Wäscherei Waschmaschinen sind möglichst nur voll und mit einem sparsamen Waschprogramm zu benutzen. Eine hohe Schleuderdrehzahl spart Zeit und Energie beim Tumbler. Bei neuen Geräten ist auf den spezifischen Strom- und Wasserverbrauch zu achten.
Leistungsspitze In Gastronomiebetrieben kann die Leistungsspitze über die automatische Abschaltung der Küchen- und Kälteanlagen in den meisten Fällen erheblich reduziert werden. Ab 60 kW Spitzenleistung können Lastoptimierungsgeräte wirtschaftlich eingesetzt werden.
Energiebuchhaltung Mit dem regelmässigen Ablesen der Verbrauchszähler von Heizöl oder Gas, Elektrizität und Wasser kann die Energieeffizienz überwacht werden. Die Energiebuchhaltung ist die Grundlage für eine stetige Optimierung.

Literaturhinweise


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© GLOOR ENGINEERING, 28. DEZEMBER 1998