Bäckereibetriebe

Durchschnittlicher Anteil Stromverbrauch

Aufteilung des Stromverbrauchs in einer Bäckerei.

Typischer Tageslastgang einer Bäckerei

Tageslastgang einer Bäckerei mit 100 Tonnen Mehl- und 200'000 kWh Stromverbrauch pro Jahr.

In Bäckereien machen die Energiekosten 2 bis 6% des Umsatzes aus. Etwa 70% der Bäckereien setzen Elektrizität als Energieträger für das Backen ein. Den Rest teilen sich Erdöl und Erdgas auf.

Eine gängige Kennzahl für die Betriebsgrösse ist die Backfläche. Ein Kleinstbetrieb hat etwa 6 m² Backfläche, ein Betrieb mit 2 Millionen Franken Umsatz etwa 30 m². Je besser diese Backflächen ausgelastet sind, desto besser ist oft auch die Energieeffizienz.

Im Backgewerbe wird immer mehr mit Zwischenprodukten gearbeitet, Teiglinge werden auf Vorrat hergestellt und warten dann Tage im Kühlraum, das Tagesbacken wird immer häufiger. Es gibt heute schon Bäckereien, welche mehr Strom für die Kühlanlagen als für die Elektroöfen brauchen.

 

Kennzahlen

Vergleichsgrösse Durchschnittswert energieeffiziente Betriebe
Energieverbrauch pro kg Mehl 2,8 kWh/kg 1,5 kWh/kg

Energiesparmöglichkeiten

Prozess Verbesserungsmöglichkeiten Wirtschaftlichkeit
Kälteanlagen Reinigung der Verdampfer und Kondensatoren, Kontrolle der Kühlraumdichtheit, Optimierung der Einstellung, Abwärmenutzung. Einsparmöglichkeiten von 10 bis 50% sind möglich.
Warmwasser In einer Bäckerei fällt soviel Abwärme (Kühlanlage, Öfen, Lüftung) an, dass damit der ganze Warmwasserbedarf gedeckt werden kann. Bei dieser Gelegenheit sollten Abwaschmaschinen auch an das Warmwassernetz angeschlossen werden. Je nach den Kosten für die aktuelle Warmwasseraufbereitung.
Abwärmenutzung Eine Bäckerei müsste gar keine Heizung mehr haben, denn auch nach der Warmwasseraufbereitung ist noch genug Wärme für das Gebäude und eventuell auch für die Nachbarliegenschaft vorhanden. Je nach Zustand und den Betriebskosten der aktuellen Gebäudeheizung.
Lüftungsanlage Mit einer geregelten Lüftungsanlage lässt sich die Abluft aus der Backstube stufenlos einstellen. Mit einer Wärmerückgewinnungsanlage könnte auch noch die Abwärme genutzt werden. Anlagen ab 4 kW Ventilatorleistung und Laufzeiten von mehr als 1000 Stunden pro Jahr sind genauer zu untersuchen.
Ofensteuerung Die Einschaltzeit für Öfen sollte so eingestellt sein, dass der Backraum gerade zur Beschickung seine Temperatur erreicht und nicht schon lange vorher. Das Einstellen der Schaltuhr ist gratis. Eine neue, leicht einstellbare Schaltuhr kostet auch nicht viel.
Produktionsplanung Energetisch optimal wäre eine Produktionsreihenfolge mit sinkenden Backtemperaturen, damit der Ofen nicht immer wieder aufgeheizt und werden muss. Damit wird auch Wartezeit eingespart.
Druckluftanlage Für die meisten Druckluftverbraucher reicht ein Netzdruck von 6 bar Überdruck. Druckluftanlagen sollten ausserhalb der Arbeitszeit automatisch abgestellt werden. Ab einer Kompressorleistung von 5,5 kW lohnt sich meistens eine Optimierung.
Maschinen Zusatzaggregate (Dampfapparat, Gärapparat usw.) müssen nur laufen, wenn sie demnächst gebraucht werden. Reduktion der Bandlast ohne Investitionskosten.
Tarifzuordnung Für Bäckereien gibt es teilweise spezielle Stromtarife. Es ist zu überprüfen, ob die verschiedenen Anlagenteile am richtigen Stromzähler (Abschaltung, Wärme, Leistungsspitze usw.) angeschlossen sind. In den meisten Fällen bringt die richtige Tarifzuordnung eine Reduktion der Stromkosten.
Leistungsspitze In Bäckereien kann bei einer Leistungsspitze die elektrische Energiezufuhr an Öfen oder an die Kälteanlage problemlos für einige Minuten durch eine automatische Lastoptimierung unterbrochen werden. Alternaltiv kann auch eine gegenseitige Verriegelung von Verbrauchern mit grosser Leistung schon viel bringen. Ab 60 kW Spitzenleistung können Lastoptimierungsgeräte wirtschaftlich eingesetzt werden.
Beleuchtung Durch den Arbeitsbeginn in der Nacht wird in vielen Betrieben das Ausschalten nach Tagesanbruch vergessen. Eine automatische Lichtregelung zahlt sich innerhalb von 5 Jahren.
Verkaufsraum Die Energiesparmöglichkeiten stecken in der Beleuchtung und in den Kühlvitrinen. Energieeinsparungen bis 30% sind möglich.

Literaturhinweis

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© GLOOR ENGINEERING, 28. DEZEMBER 1998