Das Minergie - Haus

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2.  D I E  M A S S N A H M E N

 

 

Massnahmengruppen

kumuliertes
Optimierungs-
potential

Mehrinvestition

Architektur

bis 50 %

minus !

Bautechnik

bis 30 %

gering

Haustechnik

bis 80 %

mittel

Bewohner

± 50 %

null


 

2.1 ARCHITEKTONISCHE MASSNAHMEN

2.1.1 Die Gebäudeform

Dass eine grössere Oberfläche zu höheren Verlusten führt, ist naheliegend.

Der Einfluss der Gebäudeform auf den Wärmeverlust ist bedeutend.
Ein tiefes Oberflächen/Geschoss- flächen-Verhältnis spart gleichzeitig Energie und Geld.

Optimierungspotential: bis zu 30%

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2.1.2 Die Gebäudeorientierung

Beispiele von unterschiedlich orientierten Mehrfamilienhäusern. W-O ist der klassische West-Ost-orientierte Wohnungstyp, S-N ist die gleiche Wohnung mit Süd-Nord-Orientierung.

Die Süd-Nord-Wohnung ist energetisch etwas günstiger als die West-Ost-Wohnung.

Optimierungspotential: etwa 5 %

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2.1.3 Die Fenster

Die Auswirkungen der Fenster auf den Wärmehaushalt sind komplex. Jede Variable beeinflusst nicht nur selber den Raumkomfort und den Heizbedarf, sondern sie verändert auch die Wirkungen aller anderen Faktoren. Die folgenden Abschnitte illustrieren einige der wichtigsten Zusammenhänge.

 

2.1.4 Die Beschattung

Die Fremdbeschattung (Berge, Bäume, Nachbargebäude) lässt sich nur beschränkt beeinflussen. Viel wichtiger ist jedoch die Eigenbeschattung durch Balkone, Vordächer und dgl. Der Grund: Der grösste Solargewinn fällt in der Übergangszeit an, wenn die Sonne noch bzw. wieder relativ hoch steht.

Balkone und Vordächer über Südfenstern erhöhen den Heizbedarf markant.

Optimierungspotential: bis zu 10%

2_1_4.gif (4673 Byte)

 

2.1.5 Die Fensterorientierung

Einfluss der Orientierung auf den Heizbedarf:

Die bekannte Faustregel: «Möglichst viele Südfenster, möglichst wenig Nordfenster» gilt nur, wenn die Südfenster nicht durch Balkone und dgl. beschattet werden.
Wenn die Südfenster zur Hälfte beschattet sind, sind sie gleichwertig wie Ost- oder Westfenster.
Wenn die Südfenster durch durchlaufende Balkone voll beschattet werden, sind Ost- oder Westfenster vorzuziehen.

Optimierungspotential: bis zu 10%

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horange.gif (49 Byte)  40% Südfenster
norange.gif (49 Byte)  60% Südfenster
dorange.gif (49 Byte)  80% Südfenster
 

2.1.6 Die Besonnung

Zusammenhang zwischen Besonnung, Verglasung und Heizbedarf. Bei kG<1.1 verschlechtert sich der g-Wert stark (vgl. 2.2.2).

Bei beschatteten Südfenstern kann der Glas-k-Wert nicht tief genug sein.
Bei Nord-, West- und Ostfenstern und
bei teilbeschatteten Südfenstern sind Glas-k-Werte unter 1.1W/m
2K neutral.
Bei unbeschatteten Südfenstern sind Glas-k-Werte unter 1.1W/m2K kontra-
produktiv.
Die Beschattung hat den grösseren Einfluss als die Orientierung und die Verglasung.

Optimierungspotential: bis zu 15 %

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2.1.7 Die Fensterfläche

Zusammenhang zwischen der Fensterfläche und dem Heizbedarf für einige handelsübliche Verglasungstypen (Fensterfläche in % der Energiebezugsfläche). Im Wohnungsbau kommen Werte etwa zwischen 10% und 30% vor.

Je grösser die Fensterfläche, desto wirksamer ist eine gute Verglasung.
Schlechte Fenster sollten möglichst klein sein, Fenster mit einer guten Verglasung können praktisch beliebig gross sein.

Optimierungspotential: einige %

2_1_7.gif (5070 Byte)
 

2.1.8 Der Rahmenanteil

Der Fensterrahmen ist der am schlechtesten isolierende Teil der ganzen Gebäudehülle. Es leuchtet ein, dass der Rahmenanteil möglichst klein sein sollte. Im Wohnungsbau kommen Rahmenanteile zwischen 15% und 40% vor.

Ein niedriger Rahmenanteil ist eine der Massnahmen, welche gleichzeitig den Komfort verbessern, den Heizbedarf senken und erst noch Baukosten sparen.

Optimierungspotential: bis zu 15 %

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2.1.9 Die Überhitzung

Alle hier dargestellten Überlegungen setzen voraus, dass während der Heizperiode die Sonne ungehindert ins Haus scheinen kann. Sobald in der Übergangzeit wegen zu hoher Raumtemperatur die Storen geschlossen oder die Fenster geöffnet werden müssen, geht der Sonnenenergiegewinn verloren. Mit geeigneten Massnahmen lässt sich dies wirksam verhindern (vgl. Kasten).

Optimierungspotential: bis zu 15 %

Massnahmen gegen die Raumüberhitzung
In besonnten Räumen muss genügend
Masse eingebaut werden, um die Sonnen-
wärme zu speichern (besonders wichtig bei
Leichtbauten!).
In den besonnten Räumen nur wärme-
durchlässige Beläge verwenden (keine
Spannteppiche!), damit die Wärme un-
gehindert in die Gebäudemasse eindringen
kann.
Wärmeabgabe mit Heizkörpern oder mit
einer selbstregulierenden Niedrigsttem-
peratur-Bodenheizung (vgl. 2.3.2).
 
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© WebVersion by Oerlikon Journalisten AG, Juni 98
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