Druckmaschine |
|
|
|
Für das Bedrucken von Papier gibt es verschiedene Verfahren. Die Energieeffizienz von kleinen Kopieren und Druckern fürs Büro (Laser, Tintenstrahl) wird oft auf die Leerlaufverluste (Standby) reduziert und diese werden veröffentlicht, zum Beispiel unter www.topten.ch. Im Gegensatz zur Umweltbelastung wurde die Energieeffizienz von gewerblichen Druckmaschinen bisher nicht vertieft untersucht.
Etwa 65% der weltweit erzeugten Druckerzeugnisse basieren auf dem Offsetdruckverfahren. In der Druckvorstufe wird für jede Farbe das Druckbild in der Belichtungsmaschine auf eine Folie oder direkt auf eine dünne Druckplatte aufgebracht. Die Druckplatte wird auf einen Zylinder gespannt in die Druckmaschine eingebaut. In der Druckmaschine wird zuerst ein Feuchtmittel (Wasser mit Alkohol) an die Druckplatte abgegeben. Dieses bleibt nur an den gravierten Stellen haften. Dahinter wird eine "fette" Druckfarbe auf die Druckplatte aufgetragen, welche nur an den glatten Stellen haftet. Diese Schichten werden von der Druckplatte auf einen Gummizylinder (Gummituch) übertragen, welcher dann diese an das zu bedruckende Medium (Papier, Karton, Blech ...) abgibt.
Es ist wichtig, dass die Temperatur im Druckbereich nicht zu hoch wird (unter 55 °C), damit die Farbpigmente nicht kristallisieren. Dazu werden die Druckwalzen mit Wasser gekühlt. Das vollständige Trocknen der Druckfarben dauert Stunden. Damit die Farben auf dem gestapelten Papier nicht schmieren, werden die Druckflächen mit Puder bestreut. Für beidseitigen Druck oder für eine schnelle Auslieferung ist nach dem Druckwerk oft ein Infrarottrockner und dahinter ein Kühlbereich eingebaut.
| 100% | Elektrische Leistungsaufnahme | |
| 10% | Vakuumgebläse | |
| 5% | Druckluft | |
| 5% | Kältemaschine und Kühlmittelpumpe | |
| 5% | Abluftsystem | |
| 40% | Infrarottrockner | |
| 35% | Antriebe für die Walzen und Papiertransport |
(Quelle: Schätzung Gloor)
Kennzahlen
| Vergleichsgrösse | Durchschnitt | Ziel |
|---|---|---|
| Stromverbrauch um 1 kg Papier zu bedrucken | 0,15 kWh/kg | 0,08 kWh/kg |
(Quelle: Schätzung Gloor)
Energiesparmassnahmen
| Prozess | Massnahme | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Leistungsmessung | Am Hauptanschluss der Druckmaschine mit allen Zusatzaggregaten ist eine Leistungsmessung zu installieren. Am Steuerpult für den Drucker soll eine Anzeige die aktuelle Leistungsaufnahme zeigen. | Durch eine Leistungsmessung erhält der Drucker auch Informationen über den Zustand der Druckmaschine. |
| Abschalten | Wenn die Maschine nicht läuft (Pause, Reinigung, Störung, Arbeitsende), sind alle nicht erforderlichen Aggregate abzuschalten. | Der Drucker sollte am Schaltpult die Übersicht haben und die Leistungsaufnahme der Aggregate im Leerlauf kennen. |
| Druckluft | Den Druck auf minimalen Wert einstellen, welcher im Bereich von 6 bar Überdruck liegen sollte. Die Ansaugfilter regelmässig reinigen. Monatliche Lecküberprüfung. | Bei Neuanschaffungen drehzahlvariable Kompressoren wählen. Abwärmenutzung. |
| Vakuumgebläse | Den Druck auf minimalen Unterdruck einstellen. Die Ansaugfilter regelmässig reinigen. Monatliche Lecküberprüfung. | Bei Neuanschaffungen drehzahlvariable Unterdruckgebläse wählen. Abwärmenutzung. |
| Abluftsystem | Drehzahlvariabler Betrieb über Temperaturmessung und Wärmrückgewinnung. | Bei Neuanschaffungen berücksichtigen. |
| Abwärmenutzung | Die Abwärme (Kompressor, Vakuumpumpe, Kühlkompressor, Abluft, Kühlung) kann in der kalten Jahreszeit dem Heizsystem zur Verfügung gestellt werden. Im Sommer kann die Wärme ins Freie geleitet werden. | Eine Abwärmenutzungsanlage lässt sich am einfachsten in einer Lüftungsanlage integrieren. |
| Raumklimatisierung | Wenn der Druckraum mit einer Befeuchtungsanlage oder sogar einer Kühlanlage ausgerüstet ist, dann sollte der Luftaustausch mit anderen Räumen vermieden werden. Türen und Fenster schliessen, Schnelllauftore. | Die Maschinenkühlung erfolgt am effektivsten über eine eingebaute Wasserkühlung. |
| Infrarottrocknung | Die Heizleistung sollte stufenlos geregelt werden. Je näher die Lampen am Papier sind, desto wirksamer ist die Strahlung. Der Hintergrund sollte verspiegelt und mit einer Wärmedämmung versehen sein. | Das automatische Abschalten ist technologiebedingt schon installiert, damit das Papier im Stillstand nicht brennt. |
| Temperatureinstellung | Die Kühlmitteltemperatur (Wasser, Luft) sollten regelmässig überprüft werden. Zu tiefe Werte weisen auf einen zu grossen Volumenstrom hin, welcher mit einer Volumenstromregelung reduziert werden kann. | Zu hohe Temperaturen schaden dem Druckprozess. |
| Antriebe | Für Antriebsleistungen bis 5 kW sind permanenterregte Servomotoren effizienter als Asynchronmaschinen, darüber sind Asynchronmotoren mit der EFF1 Klasse vorzusehen. | Bei Neuanschaffungen berücksichtigen. Dadurch entsteht auch weniger Wärme in der Druckmaschine. |
Weitere Informationen
- Druckindustrie und Papierverarbeitung, IBU, Stuttgart, 2006
- Energie optimieren, IBU, Stuttgart, 2006
- VSD - Verband der Schweizer Druckindustrie, Bern



