In Druckereien verursachen wie zu erwarten die Druckmaschinen den grössten Stromverbrauch. Die Kosten für Elektrizität betragen 0,5 bis 1% des Umsatzes. Am Stromverbrauch in der Niedertarifzeit kann man erkennen, dass auch ausserhalb der Arbeitszeit eine erhebliche Leistung bezogen wird, welche etwa 20% des Gesamtstromverbrauches verursacht, was auf unkontrollierte Prozesse im Hintergrund hinweist.
Die Druckmaschinen sind mit mehreren eigenen Zusatzaggregaten (Druckluft, Vakuumgebläse, Kühlmaschinen, Abluftventilatoren) ausgerüstet. Die Maschinen fürs Schneiden, Falzen und Heften sind am Druckluftnetz angeschlossen, haben aber zum Teil mehrere eigene Vakuumgebläse. Eine Klimatisierung des Druckraumes ist selten anzutreffen, aber eine Luftbefeuchtung ist fast immer zu finden. Einzelne Klimageräte sind in südlich exponierten Räumen, in Serverräumen und in der Druckvorstufe zu finden.
Aufteilung des Stromverbrauchs in einer Druckerei mit 30 Mitarbeiter auf 900 m² Produktionsfläche, 600 Tonnen Papier pro Jahr, und 6 Millionen Franken Jahresumsatz. Grün: Zielwert, Rot: Einsparpotential (Quelle: Schätzung aus 2 Analysen von Gloor 2007)
Kennzahlen
Vergleichsgrösse
Durchschnitt
Zielwert
Elektrizitätsverbrauch pro kg verarbeitetes Papier
0,45 kWh/kg
0,20 kWh/kg
Elektrizitätsverbrauch pro m² Betriebsfläche und Jahr
150 kWh/m²a
100 kWh/m²a
Elektrizitätsverbrauch pro Mitarbeiter und Jahr
8000 kWh/Ma
4000 kWh/Ma
Der spezifische Energieverbrauch pro kg Papier kann je nach Druck, Papier und Auflage stark variieren. (Quelle: Schätzung aus 2 Grobanalysen von Gloor 2007). Der durchschnittliche Stromverbrauch pro Fläche und Mitarbeiter ist aus der Datenbank des ewz, der Zielwert ist eine Schätzung von Gloor.
Energiesparmassnahmen
Prozess
Massnahme
Bemerkungen
Abschalten
Wenn eine Anlage oder ein Gerät nicht läuft oder gebracht wird (Pause, Reinigung, Störung, Arbeitsende), sind alle nicht erforderlichen Aggregate abzuschalten, die Druckluftzufuhr ist zu unterbrechen. Der Anlagenschalter sollte einfach erreichbar sein.
Ein Hauptschalter für den ganzen Raum ist ideal für das Abschalten nach Arbeitsende.
Neuanschaffungen
Anlagen und Geräte mit einer hohen Energieeffizienz wählen (Klasse A).
Es zählen die Gesamtkosten während der Lebensdauer und nicht nur die Investitionskosten.
Den Druck auf minimalen Wert einstellen. Die Ansaugfilter regelmässig reinigen. Monatliche Lecküberprüfung.
Bei Neuanschaffungen drehzahlvariable Kompressoren wählen. Abwärmenutzung.
Vakuumgebläse
Den Unterdruck auf minimalen Wert einstellen. Die Ansaugfilter regelmässig reinigen. Monatliche Lecküberprüfung.
Bei Neuanschaffungen drehzahlvariable Unterdruckgebläse wählen. Abwärmenutzung.
Klimageräte
Klimageräte auf den höchsten möglichen Temperaturwert einstellen und sparsam einsetzen. Im Sommer kann eine Nachtauskühlung für angenehme Temperaturen am morgen sorgen.
Klimatisierte Räume sollten keine offenen Türen und Fenster haben.
Im Lager kann mit Bewegungsmelder der Stromverbrauch für die Beleuchtung reduziert werden. In den Arbeitsräumen ist das helle Licht möglichst nahe am Arbeitsbereich zu installieren.
Eine automatische Lichtregelung zahlt sich innerhalb von 5 Jahren.
Bis zu einer Raumtemperatur von 26 °C wird die Zuverlässigkeit nicht beeinträchtigt. Alle nicht benötigten Geräte sollten automatisch abgeschaltet werden.
Es sind Standardprogramme für das automatische Abschalten von Servern in Entwicklung.
Mit einer geregelten Lüftungsanlage lässt sich die Abluft aus der Druckerei stufenlos einstellen. Mit einem Wärmetauscher in der Abluft könnte auch noch die Abwärme genutzt werden.
Anlagen ab 4 kW Ventilatorleistung und Laufzeiten von mehr als 1000 Stunden pro Jahr sind genauer zu untersuchen.
Wasseraufbereitung
Die Weichwasseranlage ist regelmässig auf die verbrauchte Wassermenge zu überprüfen um festzustellen, dass die Regeneration richtig funktioniert.